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Glossar

Das Schmersal Online-Lexikon erklärt Ihnen die wichtigsten Fachbegriffe und Abkürzungen aus der Welt der Sicherheitstechnik.

Für weitergehende Fragen stehen Ihnen unsere Sicherheitsingenieure oder die Damen und Herren unserer Vertretungen natürlich gern zur Verfügung.

A

Abfallende Flanke

Nach Anforderung einer Sicherheitsfunktion schaltet der Sicherheits-Relais-Baustein erst dann wieder ein, wenn ein Reset-Taster (auch Start-Taster oder Wiedereinschalt-Taster genannt) betätigt wurde.

Das Gegenteil ist die Betriebsart "Autostart" (Automatikstart), die nur unter besonderen Bedingungen zulässig ist (wenn keine Gefahr durch einen unerwarteten Wiederanlauf besteht) oder ein Reset anderswoher (mit einer Qualität entsprechend Steuerungskategorie 1 gemäß EN 954-1) erfolgt. Nicht zulässig zum Beispiel bei Not-Aus-/Not-Stop-Befehlseinrichtungen, bei begehbaren Räumen etc.

"Abfallende Flanke" bzw. "Flankendetektion" bedeutet in diesem Zusammenhang, dass nicht die ansteigende Flanke (bei Betätigung des Tasters) das Startsignal erzeugt, sondern die (nach dem Loslassen des Tasters) abfallende Flanke. Die Auswertung der abfallenden Flanke bzw. die Flankendetektion ist eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme vor einem unerwarteten Wiederanlauf im Falle eines manipulierten oder defekten Tasters.

Abfallverzögerung

Spannungsgesteuertes Abfallen der Relais nach einer voreingestellten oder festen Zeit

AES

Elektronische Auswerteeinheit für Sicherheitsfunktionen (Sicherheitsbaustein)

Aktive optoelektronische Schutzeinrichtung / AOPD (active optoelectronic protective device)

Ein Gerät, das die im festgelegten Schutzfeld von einem undurchsichtigen Gegenstand hervorgerufene Unterbrechung der im Gerät selbst erzeugten optischen Strahlung durch Messung mit optoelektronischen Sende- und Empfangseinheiten feststellt.

Aktorebene (Aktor-Ebene)

Sicherheits-Relais-Bausteinen (den Sicherheitsfreigaben) nachgeordnete Verbraucher/Aktoren, z.B. Leistungsschütze zur Ansteuerung von Motoren, Magnetventilen etc.

 

 

Allstrom

Geräte können mit Wechsel- oder Gleichstrom betrieben werden.

Anlaufsperre

Eine Einrichtung, die die BWS veranlasst, in den Verriegelungszustand zu gehen, wenn die Stromversorgung der BWS eingeschaltet oder unterbrochen und wieder eingeschaltet wird.

Anlauftestung

Zusätzliche Maßnahme, empfehlenswert bei Anforderungen gemäß Steuerungskategorie 4, wenn die angeschlossenen Schutzeinrichtungen über keine eigene Anlauftestung verfügen, wie zum Beispiel im Falle von elektromechanischen Verriegelungseinrichtungen.


Eine Anlauftestung ist nur bei Sicherheits-Relais-Bausteinen, die in sogenannter 3-Relais-Technik mit eigenem Startrelais aufgebaut sind, möglich. D.h. die Schutzeinrichtung muss nach dem Wiedereinschalten der Versorgungsspannung zunächst einmal geöffnet und wieder geschlossen werden, bevor die Freigaben des Sicherheits-Relais-Bausteins durchgeschaltet werden können. Dabei bewirkt die Anlauftestung, dass etwaige Inkonsistenzen in der vor- und nachgelagerten Peripherie (= "Sensorebene" bzw. "Aktorebene") wieder aufgedeckt werden, wenn die Relaisschaltung im spannungslosen Zustand ihre Fähigkeit der Fehlerspeicherung verloren hat.

Mit der Maßnahme der Anlauftestung wird das Sub-System "Sensorik / Vorsteuerebene / Hauptsteuerebene" in Richtung einer gesamthaften Steuerungskategorie 4 gemäß EN 954-1 ertüchtigt.

Des weiteren können durch eine Anlauftestung auch etwaige Manipulationen an der Schutzeinrichtung aufgedeckt werden. Ohne eine Anlauftestung (oder eine gleichwertige Maßnahme) bezieht sich die Angabe der Steuerungskategorie eines Bausteins nur auf die Schaltung des Bausteins selbst.

Ansprechzeit, Reaktionszeit

Der maximale Zeitraum zwischen dem Ansprechen der Sensorfunktion und dem AUS-Zustand der Ausgangsschaltelemente

Ansteuerung, 1- oder 2-kanalig

Anzahl möglicher Sensoreingänge je Schutzeinrichtung (bzw. Not-Aus-/Not-Stop-Befehlsgerät). Wichtig für die Steuerungskategorie der Sensorebene. Bei 2-kanaliger Ansteuerung bleibt die Sicherheitsfunktion auch im Falle des Ausfalls eines Kanals erhalten (wichtig für Steuerungskategorie 3 und 4 gemäß EN 954-1).

Antivalente Eingänge

Schutzeinrichtungen und Not-Aus-/Not-Stop-Befehlsgeräte mit Eingangssignalen aus Öffner-/Schließer-Kombinationen.

Arbeitsstromprinzip

Beim Arbeitsstromprinzip wird der Riegelbolzen einer Sicherheitszuhaltung durch Magnetkraft in Verriegelungsstellung gehalten und durch Federkraft geöffnet.

Ausgangs-Erweiterung

Zur Vervielfältigung der Freigabepfade; Module durch herkömmliche Verdrahtung verbindbar.

Ausgangs-Erweiterungsmodul

Zur Vervielfältigung der Freigabepfade; Module durch steckbares Flachbandkabel verbindbar.

Auswerteebene (Auswerte-Ebene)

Sicherheitsgerichtete Schaltung innerhalb eines Sicherheits-Relais-Bausteins, "zuständig" für die Überwachung der Eingangssignale, Signalverarbeitung und Ansteuerung der Freigabeebene (u.a. der Sicherheitsfreigaben). Im Regelfall zusätzliche Statusanzeigen und Meldekontakte, zum Beispiel für Betriebsspannung, Schaltzustand der Relaiskontakte e

Autostart (Automatikstart, automatischer Reset)

Nach Anforderung einer Sicherheitsfunktion schaltet der Sicherheits-Relais-Baustein erst dann wieder ein, wenn ein Reset-Taster (auch Start-Taster oder Wiedereinschalt-Taster genannt) betätigt wurde.

Das Gegenteil ist die Betriebsart "Autostart" (Automatikstart), die nur unter besonderen Bedingungen zulässig ist (wenn keine Gefahr durch einen unerwarteten Wiederanlauf besteht) oder ein Reset anderswoher (mit einer Qualität entsprechend Steuerungskategorie 1 gemäß EN 954-1) erfolgt. Nicht zulässig zum Beispiel bei Not-Aus-/Not-Stop-Befehlseinrichtungen, bei begehbaren Räumen etc.

"Abfallende Flanke" bzw. "Flankendetektion" bedeutet in diesem Zusammenhang, dass nicht die ansteigende Flanke (bei Betätigung des Tasters) das Startsignal erzeugt, sondern die (nach dem Loslassen des Tasters) abfallende Flanke. Die Auswertung der abfallenden Flanke bzw. die Flankendetektion ist eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme vor einem unerwarteten Wiederanlauf im Falle eines manipulierten oder defekten Tasters.

B

Baumusterprüfungen

Wenngleich (bis auf wenige Ausnahmen) eine Baumusterprüfung keine gesetzliche Anforderung ist, verfügen Sicherheits-Relais-Bausteine der Baureihen PROTECT-SRB (Schmersal) und SRB (Elan) im Regelfall über Baumusterprüfungen der Prüf- und Zertifizierungsstelle der Berufsgenossenschaft der Feinmechanik und Elektrotechnik, Köln. Typische Grundschaltungen sind generell BG-baumustergeprüft. Den BG-lichen Prüfungen zugrunde liegt zum einen EN 954-1 und EN 954-2, zum anderen der Prüfgrundsatz GS-ET-20 – Grundsätze für die Prüfung und Zertifizierung von Relais-Sicherheitskombinationen (Herausgeber: HVBG Fachauschuss "Elektrotechnik" Prüf- und Zertifizierungsstelle im BG-Prüfzert).

Zusätzlich haben nahezu alle Bausteine UL- und CSA- bzw. c-UL-us-Zertifizierungen (CCC in Vorbereitung).

Bewegungs- und Stillstandsüberwachung, sicherheitsgerichtete ...

Die Geräte erfassen und überwachen Signale gefahrbringender Bewegungen und verarbeiten sie entsprechend einem eingestellten Grenzwert zu einem Steuerbefehl.

Im Vergleich zu Überwachungsgeräten, die für betriebsmäßige Funktionen eingesetzt werden, zeichnen sich die sicherheitsgerichtete Stillstands- und Bewegungswächter durch besondere Maßnahmen und Merkmale aus, die – je nach zu realisierendem Sicherheitsniveau – auch in einem Fehlerfall die Sicherheitsfunktion gewährleisten und/oder der Fehlererkennung dienen. Die Fehlerbetrachtung bezieht sich dabei sowohl auf die Geräte selbst als auch auf die vorgeordneten Teile des Sicherheitsstromkreises.

Typische Aufgabenstellungen für sicherheitsgerichtete Stillstands- und Bewegungsüberwachungen sind:

  • Ansteuerung von Elektromagneten in Verriegelungseinrichtungen mit Zuhaltung in Abhängigkeit zu gefährlichen Nachlaufbewegungen,
  • Überwachung der "STOP-Kategorie 2" (sicherer Stillstand/sicherer Betriebshalt),
  • Überwachung reduzierter Geschwindigkeit im Sonderbetrieb von Maschinen und Anlagen bei geöffneter Schutzeinrichtung.

Einstellanweisung für Stillstands- und Bewegungswächter SSW-D (Elan): Download.

 

Für die vorgenannten Aufgabenstellungen stehen sowohl im Schmersal- als auch im Elan-Lieferprogramm verschiedene Geräteausführungen zur Verfügung. Bitte Hauptkatalog (Schmersal) oder Liste SSW (Elan) anfordern.

Bistabiler Kontakt / Raster

Betätigungsrichtung und Schaltfunktion (Schließer / Öffner) können durch Wahl des Betätigungsmagneten (N- oder S-Magnet ) bestimmt werden.

BWP (Berührungslos wirkender Positionsschalter)

Sicherheitssensor (Näherungsschalter für Sicherheitsfunktionen NfS nach MBL 15)

BWS (Berührungslos wirkende Schutzeinrichtung)

Eine Zusammenstellung von Teilen und/oder Komponenten, die zusammenarbeiten, um für einen Zugangsschutz oder eine Anwesenheitserkennung (Bereichsabsicherung) zu sorgen. BWS sind Einrichtungen, bei denen ein Schaltvorgang durch Veränderung optischer Felder ausgelöst wird. Der durch die Feldveränderung ausgelöste Schaltvorgang dient dazu, die Einleitung einer gefahrbringenden Bewegung zu verhindern oder eine gefahrbringende Bewegung zu unterbrechen.

BWS-E

E = Einfehlersicher, Steuerungskategorie 3 nach EN 954-1; im Normalbetrieb müssen mindestens zwei Ausgangsschaltelemente (OSSD, Output Signal Switching Device) in den AUS-Zustand übergehen, wenn die Sensoreinheit anspricht (Schutzfeldverletzung) oder die Stromversorgung der BWS unterbrochen wird.

BWS-S

S = selbstüberwachend, Steuerungskategorie 4 nach EN 954-1; eine Schutzeinrichtung, deren Schutzfunktion nicht durch einen Fehler innerhalb der BWS beeinträchtigt wird. Bis zu drei Fehler müssen innerhalb der Ansprechzeit erkannt werden.

BWS-T

T = Testung, Steuerungskategorie 2 nach EN 954-1; eine Schutzeinrichtung, deren Schutzfunktion durch Reaktion auf ein externes Testsignal überprüft wird. Eine BWS-T muss mindestens über eine Anlauftestung verfügen, d.h. die Testung muss bei jedem Anschalten erfolgen. Darüber hinaus muss die Möglichkeit der zyklischen Testung bestehen.

C

Codierter Betätigungsmagnet

Durch die codierten Betätigungsmagnete sind die codierten, magnetischen Sicherheits-Sensoren vor Umgehen auf einfache Weise geschützt. Das Betätigen mit herkömmlichen Magneten und Werkzeugen ist damit ausgeschlossen.

 

 

Codierter magnetischer Sicherheits-Sensor

Die Geräte sind durch die Codierung gegen Umgehen auf einfache Weise geschützt. Sie können nicht mit einem handelsüblichen Magnet betätigt werden.

D

Derating-Kurve

Strombelastung in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur (siehe Beispiel)

Detektionsvermögen

Das Detektionsvermögen einer optoelektronischen Schutzeinrichtung ist diejenige Hindernisgröße, die an jeder Stelle des Schutzfeldes erkannt wird und somit zum Abschaltbefehl führt.

Differenzierter Wiederanlauf

Die Schaltung des Sicherheits-Relais-Bausteins ("SRB-NA-R-C.25") unterscheidet zwischen einer Unterbrechung der Versorgungsspannung (Fall 1) und der Anforderung einer Sicherheitsfunktion, z.B. der Betätigung eines Not-Aus-/Not-Stop-Befehlsgeräts (Fall 2). Im Fall 1 startet der Baustein automatisch wieder auf (Betriebsart "Autostart") und im Fall 2 bedarf es eines "Reset"-Signals. Sicherheits-Relais-Bausteine mit differenziertem Wiederanlauf dürfen nur unter bestimmten Anwendungsbedingungen eingesetzt werden, zum Beispiel zum Schutz von Servicepersonal bei Einsätzen in ansonsten verschlossenen Betriebsräumen.

Differenzweg / Hysterese

Distanz (Differenz) zwischen Einschalt- und Ausschaltpunkt.

Diversitär programmierter Mikroprozessor

Zwei verschiedene Programme mit gleicher Funktion zur Erkennung von Softwarefehlern.

Doppel-Blattfedersystem

Sprungsystem mit zwei galvanisch getrennten Kontaktbrücken

E

Effektiver Abstrahlwinkel EAA (effective aperture angle)

Die maximale Winkelabweichung von der optischen Achse des vom (von den) Sender(n) ausgesendeten Lichts und des vom (von den) Empfänger(n) empfangenen Lichts, in der die AOPD im normalen Betrieb weiterarbeitet.

Eine Einrichtung zur Verhinderung

Zeitrelais, das nach Ablauf einer eingestellten Zeit die Freigabe, z.B. zum Öffnen einer Schutzeinrichtung, erteilt. Das sichere Zeitrelais geht im Fehlerfall in den sicheren Zustand über, siehe auch sicheres Zeitrelais.

Eingangs-Erweiterung

Zur Überwachung mehrerer Schutzeinrichtungen, durch herkömmliche Verdrahtung verbindbar.

Eingangs-Erweiterungsmodul

Zur Überwachung mehrerer Schutzeinrichtungen, durch steckbares Flachbandkabel verbindbar.

Eintakt

Bei einem zyklischen Arbeitsvorgang wird nach einem Eingriff in das Schutzfeld (z.B. Bestücken der Maschine) und nachfolgender Freigabe des Schutzfeldes die Maschine automatisch von der AOPD gestartet. Jeder weitere Eingriff erzeugt den Stoppbefehl der Schutzeinrichtung. Während des ungefährlichen Teils der Bewegung der Maschine, z.B. bei der Aufwärtsbewegung des Stößels, wird der Takt wieder gelöscht. Der Zyklus kann von neuem beginnen.

Eintakt-/Zweitakt-Betrieb, Sicherheits-Relais-Bausteine für ....

Nicht Bestandteil unseres Lieferprogramms.

Einweglichtschranke (Sicherheits-Lichtschranke)

Sie besteht aus einem Sender und einem Empfänger. Der Sender wird so ausgerichtet, dass ein möglichst großer Teil des gepulsten Lichts seiner Sendediode auf den räumlich und optisch getrennten Lichtempfänger fällt. Dieser wertet das empfangene Licht so aus, dass es klar vom Umgebungslicht oder anderen Lichtquellen unterschieden werden kann. Eine Unterbrechung des Lichtstrahls bewirkt ein Schalten des Ausgangs.

Explosionsschutz EEx

Elektrische Betriebsmittel für explosionsgefährdete Bereiche mit Konformitätsbescheinigung gemäß EN 50014 bis EN 50020

Explosionsschutz-Kurzzeichen

Elektrische Betriebsmittel für explosionsgefährdete Bereiche mit Konformitätsbescheinigung
gemäß EN 50014 bis EN 50020

Explosionsschutz-Kurzzeichen: EEx d IIC T6
EEx: allgemeines Kurzzeichen
d: Zündschutzart druckfeste Kapselung
IIC: Explosionsgruppe, Stoffe: Ethylen,
Stadtgas (Leuchtgas), Acetaldehyd
T6: Temperaturklasse: 85 ºC

F

Fehlerquellen/Fehlersuche

Sicherung defekt (siehe LED für Betriebsspannung)

Mögliche Ursachen: Kurzschluss in der Verdrahtung, Erdschluss in der Verdrahtung, Falschverdrahtung, Überlastung der Ausgänge.

Baustein startet nicht auf

  • Betriebsspannung zu niedrig,
  • Drahtbruch im Reset-Kreis;
  • Reset-Taster (Sensorik allgemein) defekt;
  • Rückführkreis defekt/offen;
  • Schutzeinrichtung(en) nicht betriebsbereit;
  • Schutzeinrichtung hat nur 1-kanalig geschaltet;
  • Startbedingungen überprüfen (Reset : Autostart);
  • Querschlusseinstellung/diesbezügliche Verdrahtung
  • überprüfen.

... bei Zweihand-Bausteinen

Öffner-/Schließer-Kontakte der Stellteile dürfen nicht überlappen.

Sie kommen nicht weiter?

Bitte wenden Sie sich an unsere Berater oder direkt an unsere Mitarbeiter.

Fehlersichere Halbleiterausgänge

Überwachte Halbleiterausgänge dienen als Sicherheitsausgänge und können in der Folgeschaltung sowohl Schütze als auch NOT-AUS-Bausteine oder sicherheitsgerichtete SPS ansteuern. Die überwachten Halbleiterausgänge sind in Bezug auf Fehlersicherheit gleichwertig mit zwangsgeführten Relaisausgängen.

Flankendetektion

Nach Anforderung einer Sicherheitsfunktion schaltet der Sicherheits-Relais-Baustein erst dann wieder ein, wenn ein Reset-Taster (auch Start-Taster oder Wiedereinschalt-Taster genannt) betätigt wurde.


Das Gegenteil ist die Betriebsart "Autostart" (Automatikstart), die nur unter besonderen Bedingungen zulässig ist (wenn keine Gefahr durch einen unerwarteten Wiederanlauf besteht) oder ein Reset anderswoher (mit einer Qualität entsprechend Steuerungskategorie 1 gemäß EN 954-1) erfolgt. Nicht zulässig zum Beispiel bei Not-Aus-/Not-Stop-Befehlseinrichtungen, bei begehbaren Räumen etc.

"Abfallende Flanke" bzw. "Flankendetektion" bedeutet in diesem Zusammenhang, dass nicht die ansteigende Flanke (bei Betätigung des Tasters) das Startsignal erzeugt, sondern die (nach dem Loslassen des Tasters) abfallende Flanke. Die Auswertung der abfallenden Flanke bzw. die Flankendetektion ist eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme vor einem unerwarteten Wiederanlauf im Falle eines manipulierten oder defekten Tasters.

Floating blanking

Definierte Ausblendungen eines Teilbereiches des Sicherheits-Lichtgitters / -vorhanges bei variierender Position der Ausblendung, siehe auch blanking

Formschlüssige Verbindung (EN 60204-1)

Der Betätiger und der Öffnerkontakt müssen formschlüssig über nicht federnde Teile miteinander verbunden sein.

Freigabeausgang

Sicherheitsausgänge, die durch den Sicherheitsbaustein auf richtige Funktion überwacht werden

Freigaben

Sicherheitsgerichtete Ausgänge eines Sicherheits-Relais-Bausteins zum Anschluss nachgeordneter Aktorik. Siehe auch "Auswerteebene".

Freigabepfad

Ein Freigabepfad ist ein Freigabeausgang des Sicherheitsbausteins, der in den Sicherheitskreis der Maschine eingebunden werden kann. Im sicheren, abgeschalteten Zustand der Auswertung muss dieser Pfad geöffnet sein, da der sichere Zustand immer durch das Abschalten der Spannung erreicht werden muss („Fail-Safe-Technik“). Der Freigabepfad wird durch die in Reihe geschalteten Schließerkontakte der Sicherheitsrelais gebildet

Freigabeverzugszeit

Bei nachschwingenden Schutzeinrichtungen wird oftmals die Endposition eines Positionsschalters mit Sicherheitsfunktion „überfahren”, das bedeutet, dass der Öffner öffnet und der Schließer geöffnet bleibt. Dies führt zu einer Fehlermeldung des Sicherheitsbausteins. Um dies zu verhindern, kann man durch Stecken einer Brücke oder Brücken zweier Kontakte eine Verlängerung der Freigabeverzugszeit bewirken.

Funktionsart

Arten von Positionsschaltern

Positionsschalter Funktionsart 1: Schalter, bei denen
Schaltglied und Betätigungsorgan konstruktiv und
funktionell eine Einheit bilden

Positionsschalter Funktionsart 2: Schalter, bei denen
Schaltglied und Betätigungsorgan konstruktiv keine
Einheit bilden, jedoch beim Betätigen funktionell
zusammengeführt oder getrennt werden

G

Gefährdung

Eine Quelle einer möglichen Verletzung oder Gesundheitsschädigung oder auch „potentielle Schadensquelle”

Gefährdungsanalyse

Eine umfassende Identifizierung und Bewertung aller möglichen Gefährdungen für die Risikobewertung, in der Maschinen-Richtlinie auch Gefahrenanalyse genannt. Sie geht nach Artikel 100a von der Gefährdungssituation sowie der Gefährdungsexposition aus, nach Artikel 118a geht sie vom Gefährdungspotential aufgrund der Arbeitsbedingungen und des Arbeitsumfeldes aus.

Gefährdungsexposition

Wahrscheinlichkeit des Eintretens einer Verletzung oder einer Gesundheitsschädigung. Sie steht in Beziehung zur Häufigkeit des Zugangs oder der Anwesenheitsdauer.

Gefahr

Das Wort „Gefahr” kommt zwar in der Maschinenrichtlinie und in den Normen - insbesondere in Wortverbindungen - sehr häufig vor, wird aber weder kommentiert noch definiert. Es steht für eine unbestimmte und nicht orientierte (also nicht gezielt auf Menschen und/oder Sachen gerichtete) Gefährdung.

Gefahrenbereich

Jeder Bereich in oder um eine Maschine herum, in dem eine Person einer Verletzung oder Gesundheitsschädigung ausgesetzt ist. Bemerkung: Die Gefährdung, die das Risiko hervorruft, ist entweder permanent gegenwärtig oder kann unerwartet auftreten. In neueren Vorschlägen wird hierfür auch schon der Begriff „Hazard zone“ genannt.

Gerätesicherheitsgesetz

Das Gerätesicherheitsgesetz bildet die Basis zur Umsetzung der EG-Richtlinien nach Artikel 100a der römischen Verträge in nationales Recht. Die einzelnen EG-Richtlinien werden im Gerätesicherheitsgesetz in Verordnungen umgesetzt. Diese wenden sich an Hersteller und Importeure.

Gesetzliche Anforderungen

Dass Stromkreise, die der Sicherheit von Personen dienen, besonderer fehlersicherer und fehlertolerierender Maßnahmen im Hinblick auf einen Schutz im Fehlerfall bedürfen, ist eine gesetzliche Anforderung, die sich in Deutschland aus dem Gerätesicherheitsgesetz (GSG) bzw. auf europäischer Ebene aus der EG-Maschinen-Richtlinie (MRL) ergibt. Zum Thema "Steuerungen" heißt es hier im MRL-Anhang 1 mit den Grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen bei Konzipierung und Bau von Maschinen und Sicherheitsbauteilen unter Ziffer 1.2.1:

"Steuerungen sind so zu konzipieren und zu bauen, dass sie sicher und zuverlässig funktionieren und somit keine gefährlichen Situationen entstehen. Insbesondere müssen sie so konzipiert und gebaut sein, dasssie den zu erwartenden Betriebsbeanspruchungen und Fremdeinflüssen standhalten, Fehler in der Logik zu keiner gefährlichen Situation führen."

Die Konkretisierung dieser Anforderung bleibt nach dem sogenannten New Approach der EG-Richtlinien den Normensetzern überlassen. Für sicherheitsbezogene Teile von Maschinensteuerungen gelten insbesondere EN 954-1 und EN 954-2.

H

Hybridsicherung

Elektronische Sicherung (anstelle z.B. einer Glaskolbensicherung), die bei überhöhtem Strom anspricht und die Schaltung erst wieder freigibt, wenn zuvor die Versorgungsspannung aus- und wieder eingeschaltet wurde. Die zusätzliche Maßnahme des Aus- und Wiedereinschaltens der Versorgungsspannung bewirkt einen zusätzlichen Schutz vor dem unerwarteten Wieder­anlauf einer gefahrbringenden Bewegung, insbesondere in der Betriebsart "Autostart", wenn sich ein Kurzschluss wieder aufhebt.

I

Induktiver Näherungsschalter

Befehlsgeber, der elektronisch bei Einbringung von ferromagnetischen Materialien, z.B. Metall, in seinen Wirkungsbereich berührungslos und kontaktlos schaltet

Inkrementaler Drehgeber

Dient der Erfassung von Wegen, Positionen oder Geschwindigkeiten. Der Drehgeber liefert je Umdrehung eine bestimmte Anzahl von elektrischen Impulsen.

Integrierte Auswertung

Die Auswerteelektronik zur Überwachung der Schaltzustände der Kontakte / Reedkontakte ist in den Schalter / Sicherheits-Sensor integriert.

ISD (Integrierte System-Diagnose)

Mit Hilfe der Integrierten System-Diagnose ISD lassen sich Schaltzustände und mögliche Fehler im Störungsfall schnell diagnostizieren. Je nach Ausführung des Sicherheitsbausteins werden die Schaltzustände und Fehler durch eine Mehrfarben-LED angezeigt bzw. die Fehlermeldungen dem Anwender auf einem Transistorausgang zur Verfügung gestellt. Die angezeigten Schaltzustände und Fehler können mit Hilfe der ISD-Tabelle ermittelt werden.

K

Kapazitiver Näherungsschalter

Befehlsgeber, der elektronisch bei Einbringung von festen und flüssigen Materialien, z.B. Glas, Holz, Papier, Metall, Kunststoff, Lebensmittel, Flüssigkeiten usw., in seinen Wirkungsbereich berührungslos und kontaktlos schaltet.

Kaskadierung

Reihen-Parallelschaltung, z.B. von Sicherheitsschaltgeräten

Kategorie 0 nach EN 60204-1

Stillsetzen durch sofortiges Ausschalten der Energiezufuhr (ungesteuertes Stillsetzen)

Kategorie 1 nach EN 60204-1

Beim Abschalten wird die Energie solange aufrecht erhalten, bis der Stillstand der Maschine erreicht ist. Nach Erreichen des Stillstandes erfolgt die Unterbrechung der Energiezufuhr (gesteuertes Stillsetzen)

Kategorie nach EN 60204-1

Unterteilung zur Beschreibung des Abschaltverhaltens bei Handlungen im Notfall

Kategorien

Begrifflichkeit unterschiedlicher Bedeutung beim Thema "Maschinensicherheit".

In Zusammenhang mit steuerungstechnischen Fragen ist in der Regel die "Steuerungskategorie" eines sicherheitsgerichteten Teils einer Maschinensteuerung gemäß EN 954-1 gemeint (Bewertung der zusätzlichen Maßnahmen im Hinblick auf die nötige/angestrebte Risikoreduzierung). Siehe hierzu auch BIA-Report 6/97: Kategorien für sicherheitsbezogene Steuerungen

Daneben existiert der Begriff der STOP-Kategorie. Siehe hierzu auch "STOP-Kategorien".

Manchmal wird auch von Sicherheitsschaltern der Kategorie 1 (Schalter mit integrierten Betätigungsorganen = traditionelle Positionsschalter, z.B. Rollenhebelschalter) gesprochen oder von Sicherheitsschaltern der Kategorie 2 (Schalter mit getrennten Betätigungsorganen). Diese Unterteilung hat keinerlei Bezug zur Kategorisierung nach EN 954-1 und betrifft nur die Unterscheidung der beiden unterschiedlichen Arbeitsweisen der Schalter.

Zum Begriff der Steuerungskategorie anverwandte Begriffe:

  • SIL (= Safety Integrity Level) entstammt IEC EN 61508 bzw. IEC EN (draft) 62061,
  • AK (= Anforderungsklasse) entstammt DIN VDE V 19250/19251 in Verbindung mit DIN VDE V 0801,
  • PL (= "Performance Level") entstammt prEN ISO 13849-1 (mittelfristiger Nachfolger von EN 954-1).
Kombi-Ausführungen

2fach-Sicherheits-Relais-Baustein für Not-Aus-/Not-Stop-Befehlsgeräte, Verriegelungseinrichtungen u.ä. mit differenziertem Abschaltverhalten (= die Anforderung der Sicherheitsfunktion des einen angeschlossenen Sicherheitsschaltgeräts, z.B. Not-Aus, betrifft alle Sicherheitsfreigaben und die des zweiten Sicherheitsschaltgeräts nur einen Teil der Sicherheitsfreigaben). Siehe hierzu auch "Elan SRB 202CA" und "Elan SRB 400CA".

Konformitätserklärung

Herstellererklärung für ein Produkt zum Einsatz innerhalb der Europäischen Gemeinschaft entsprechend der angegebenen Normen.

Kontaktüberdeckung

Bei der Kontaktüberdeckung schließt der Schließer, bevor der Öffner öffnet.

Kontaktbilder nach IEC 60617

Kontaktreibung

Die Kontaktreibung erhöht die Kontaktsicherheit und bricht leichte Kontaktverklebungen auf. Dies gewährleistet bei kleinsten Strömen und Spannungen eine gute Leitfähigkeit.

Kontaktstaffelung

Bei der Kontaktstaffelung schließen oder öffnen die Kontakte nacheinander.

Konventionelle Relaistechnik

Das Gerät ist nicht mit Mikroprozessoren ausgestattet. Steuerung und Auswertung, z.B. eines Schutztürwächters, ist in Relaistechnik ausgeführt.

Kurvenscheibe

Stellglied, das einen Positionsschalter zwangläufig betätigt. Kurvenscheiben werden durch Scharniere von Drehtüren angetrieben.

L

Laserschutzklasse 1

Inhärent augensicher nach DIN EN 60825-1, keine Schutzmaßnahmen für die Augen erforderlich

Leitungslänge(n)/Leitungswiderstand, zulässige(r) ...

Leitungslängen sind abhängig vom verwendeten Leitungsquerschnitt. Der Leitungswiderstand sollte einen Wert von 30 Ohm nicht übersteigen (siehe Formel).

Im Normalfall sind Leitungslängen bis zu 1.000 m kein Problem.

Lichtleitersensoren

Befehlsgeber, der berührungslos und kontaktlos / elektronisch bei Einbringung von lichtreflektierenden Materialien in seinen Wirkungsbereich schaltet. Der Lichtleitersensor besteht aus einem Grundgerät und einem Lichtleiter-Vorsatz.

Lieferprogramm

Siehe Produkte.

M

Magnetische Blasung

Durch seitlich neben dem Kontakt angebrachte Permanentmagnete wird der, bei Gleichstrom gepolte, Lichtbogen abgelenkt. Dadurch reißt der Lichtbogen schneller ab und der Kontaktabbrand wird reduziert.

Magnetschalter

Ein Anschluss von Geräten dieser Art ist in der Regel bei allen multifunktionalen Sicherheits-Relais-Bausteinen der Baureihe PROTECT-SRB zulässig, jedoch unter Beachtung der in den Datenblättern angegebenen Grenzwerte für Spannung und Strom (siehe hierzu auch Datenblatt-Angaben). Die Schaltung der betreffenden Bausteine enthält eine Strom- und Spannungsbegrenzung, die im Falle des Anschlusses von Geräten mit Öffnerkontakten aus sicherheitstechnischen Gründen zwingend erforderlich ist (um dem Risiko einer Kontaktverschweißung zu begegnen). Bei Geräten mit Öffner-/Schließer-Kombinationen ist die Strom- und Spannungsbegrenzung ein Verfügbarkeitsvorteil.

Häufig werden Sicherheits-Magnetschalter als (zertifiziertes) Sub-System, bestehend aus Sensor und Auswerteeinheit, angeboten (zum Beispiel von der K.A. Schmersal GmbH als "BNS/AES-Kombinationen"). Hiermit ist der Vorteil verbunden, dass die Schnittstelle "Sensor/Auswerteeinheit" bereits geprüft ist. Im Falle eines separaten Aufbaus (siehe oben) liegt die Schnittstellen-Verantwortung dagegen beim Anwender.

Maschine nach EN 292-1

Eine Gesamtheit von miteinander verbundenen Teilen oder Vorrichtungen, von denen mindestens eines beweglich ist
sowie gegebenenfalls von Antriebselementen, Steuerund Energiekreisen usw., die für eine bestimmte Anwendung, wie die Verarbeitung, die Behandlung, die Fortbewegung und die Aufbereitung eines Werkstoffes, zusammengefügt sind. Als „Maschine“ wird auch eine Gesamtheit von Maschinen betrachtet, die so angeordnet und gesteuert werden, dass sie als einheitliches Ganzes zur Erreichung ein und desselben Ziels zusammenarbeiten.

MBL...

Merkblatt der Berufsgenossenschaft, das Hinweise und Anregungen zu technischen Produkten gibt.

Mehrfachauswertungen

Anschlussmöglichkeit von bis zu 6 Schutzeinrichtungen und/oder Not-Aus-/Not-Stop-Befehlsgeräten, die auf eine Freigabeebene wirken.

Mikroprozessor-basierte Schaltungen

Hierbei handelt es sich um technologische Alternativen zu Relais-basierter Schaltungstechnik, zum Beispiel um programmierbare Sicherheits-Kleinsteuerungen, Sicherheits-SPSen und Sicherheits-Bussysteme. Interessant sind diese Alternativen insbesondere bei komplexen Maschinen (wenn ansonsten mehr als 5 ... 8 Sicherheits-Relais-Bausteine benötigt würden), bei integrierten Fertigungssystemen und Anlagen und bei Aufgabenstellungen mit einer hohen Verknüpfungstiefe von Ein- und Ausgängen sowie bei erhöhten Ansprüchen an Visualisierungs- und Diagnosemöglichkeiten.

Unter dem Stichwort "Programmierbare Elektronik mit Sicherheitsfunktion" bietet innerhalb der Schmersal-Gruppe

die K.A. Schmersal GmbH, Wuppertal, das Sensor-/Aktor-Interface "ASi-Safety-at-Work" an

und die Elan Schaltelemente GmbH & Co. KG, Wettenberg, die Sicherheits-Kleinsteuerung "ESALAN-Compact" und das "ESALAN-Sicherheits-Feldbus-System", des weiteren für die sicherheitsgerichtete Bewegungs- und Positionsüberwachung von Mehrachsmaschinen, insbesondere Robotern, die Sicherheitselektronik "ESALAN-SafetyController".

Modulare Sicherheitsbausteine

Durch Flachbandkabel miteinander verbundene Einzelgeräte

Multifunktionale Sicherheits-Relais-Bausteine

Schmersal-/Elan-interne Begrifflichkeit für Sicherheits-Relais-Bausteine, an die alle Arten von Schutzeinrichtungen (auch AOPD’s und Sicherheits-Magnetschalter) angeschlossen werden können und die ggf. darüber hinaus Zusatzfunktionen, z.B. besondere Visualisierungs- und Diagnosemöglichkeiten, anbieten.

Muting

Überbrückungsfunktion: Vorübergehende automatische Unterdrückung einer oder mehrerer Sicherheitsfunktion(en) durch ein sicherheitsgerichtetes Steuerungssystem während des normalen Betriebes der Maschine (EN 61496), z.B. um Materialtransport in den Gefahrenbereichen zu ermöglichen.

Muting-Bausteine

Sicherheits-Relais-Bausteine zur Überwachung einer vorübergehenden automatischen Unterdrückung einer (mehrerer) Sicherheitsfunktion(en) während des normalen Betriebs einer Maschine. Siehe hierzu ELAN "SRB-MSK".

N

Namur-Näherungsschalter

Induktiver Näherungsschalter nach Namur-Prinzip, DIN 19234

Nicht trennende Schutzeinrichtung

Einrichtung ohne trennende Funktion, die ein Risiko eliminiert oder reduziert, allein oder in Verbindung mit einer trennenden Schutzeinrichtung.

Normung (Schaltungstechnik/Ausführungsbeispiele)

Neben den (vorrangigen) Vorschriften der jeweiligen C-Normen (= Maschinen-Sicherheitsnormen oder Fachnormen, die spezifische Sicherheitsmerkmale einzelner Maschinengruppen betreffen), gilt für den Aufbau sicherheitsgerichteter Teile von Steuerungen EN 954-1 (Allgemeine Gestaltungsgrundsätze) und EN 954-2 (Validierung).

NOT-AUS EN 60204-1

„Handlungen im Notfall“ Stillsetzen im Notfall: Eine Handlung im Notfall, die dazu bestimmt ist, einen Prozess oder eine Bewegung anzuhalten, die gefahrbringend ist. Ausschalten im Notfall: Eine Handlung im Notfall, die dazu bestimmt ist, die Versorgung der elektrischen Energie zu einer ganzen oder zu einem Teil einer elektrischen Installation abzuschalten, falls ein Risiko für einen elektrischen Schlag oder ein anderes Risiko elektrischen Ursprungs besteht.

Not-Aus-/Not-Stop-Befehlsgeräte

Umgangssprachlich Not-Aus-Befehlsgeräte. Begrifflichkeit in der Überschrift folgt der neuen Definition von EN 60204-1 Ziffer 9.2.5.4 (Handlungen im Notfall: Ausschalten im Notfall = elektrische Sicherheit) / Stillsetzen (Stop) im Notfall = funktionale Sicherheit).

O

Oeffner

Kontakt im Ruhezustand geschlossen

OSSD (Output Signal Switching Device) Ausgangsschaltelement

Der Teil der berührungslos wirkenden Schutzeinrichtung (BWS), der mit der Maschinensteuerung verbunden ist und in den AUSZustand übergeht, wenn das Sensorteil während des bestimmungsgemäßen Betriebes anspricht.

P

Photoelektrisch

Moduliertes Licht, das über eine Linse auf den zu erfassenden Gegenstand oder den Reflektor abgestrahlt und von diesem reflektiert wird, gelangt über eine zweite Linse zum Empfänger und wird elektronisch ausgewertet.

Photoelektrischer Näherungsschalter, optischer Näherungsschalter

Befehlsgeber, der berührungslos und kontaktlos / elektronisch bei Einbringung von lichtreflektierenden Materialien in seinen Wirkungsbereich schaltet.

Potentialbehaftete Eingänge (= potenzialbehaftete Ausgänge von Sensoren)

Anschlussmöglichkeit für potentialbehaftete Ausgänge von Sensoren.
Typisch für AOPD’s = Active Optoelectronic Protective Devices,
früher auch "BWS = Berührungslos wirkende Schutzeinrichtung" genannt.

Pressennachlauf-Bausteine

Nicht Bestandteil unseres Lieferprogramms.

Programmierbare Elektronik mit Sicherheitsfunktion

Hierbei handelt es sich um technologische Alternativen zu Relais-basierter Schaltungstechnik, zum Beispiel um programmierbare Sicherheits-Kleinsteuerungen, Sicherheits-SPSen und Sicherheits-Bussysteme. Interessant sind diese Alternativen insbesondere bei komplexen Maschinen (wenn ansonsten mehr als 5 ... 8 Sicherheits-Relais-Bausteine benötigt würden), bei integrierten Fertigungssystemen und Anlagen und bei Aufgabenstellungen mit einer hohen Verknüpfungstiefe von Ein- und Ausgängen sowie bei erhöhten Ansprüchen an Visualisierungs- und Diagnosemöglichkeiten.

Unter dem Stichwort "Programmierbare Elektronik mit Sicherheitsfunktion" bietet innerhalb der Schmersal-Gruppe
die K.A. Schmersal GmbH, Wuppertal, das Sensor-/Aktor-Interface "ASi-Safety-at-Work" an

und die Elan Schaltelemente GmbH & Co. KG, Wettenberg, die Sicherheits-Kleinsteuerung "ESALAN-Compact" und das "ESALAN-Sicherheits-Feldbus-System", des weiteren für die sicherheitsgerichtete Bewegungs- und Positionsüberwachung von Mehrachsmaschinen, insbesondere Robotern, die Sicherheitselektronik "ESALAN-SafetyController".

Q

Querschlussüberwachung

Erkennung des Kurzschlusses durch einen Sicherheitsbaustein zwischen den Anschlussleitungen zweier benachbarter Kontakte/Schalter, z.B. zwischen S13 und S22

Querschlusserkennung

Beschaltungsmöglichkeit eines Sicherheits-Relais-Bausteins, in dem bei 2-kanaliger Ansteuerung auch Kurzschlüsse zwischen den Eingangskanälen erkannt werden. Ein Querschluss kann beispielsweise durch das Quetschen einer Mantelleitung entstehen mit der Folge, dass (u.a.) eine 2-kanalige Not-Aus-Schaltung auch bei nur einem fehlerhaften Öffnerkontakt (Zweitfehler) keine Abschaltung auslöst.

Sicherheits-Relais-Bausteine mit Querschlussüberwachung empfehlen wir für die Steuerungskategorie 4 gemäß EN 954-1 zwingend (es sei denn die Kabelverlegung würde in zwei separaten Mantelleitungen erfolgen) und für die Steuerungskategorie 4 gemäß EN 954-1 als zusätzliche Maßnahme, wenn (ACHTUNG: Konflikt mit EN 60204-1!) die Kabelverlegung im Sicherheitsstromkreis (ganz oder teilweise) ungeschützt erfolgt (erfolgen muss) und ein Beschädigungsrisiko besteht.

R

Rückführkreis

Überprüfung (Testung) der ordnungsgemäßen Funktion nachfolgender Leistungsschütze (oder anderer Aktorik/Kontaktvervielfältigung), in dem die Öffnerkontakte (bevorzugt mit Zwangsführung oder vergleichbar) zurück in den Startkreis des Sicherheits-Relais-Bausteins geführt werden. Ein erneuter Startvorgang kann so nur dann erfolgen, wenn die Öffnerkontakte geschlossen (in Ruhestellung) sind. ACHTUNG: Der Rückführkreis ist keine (nur bedingt eine) Ersatzmaßnahme für eine 2-kanalige Aktorebene.

Rückmeldekontakte

Meldeausgänge eines Sicherheits-Relais-Bausteins, die Stati (Zustände) der Schaltung (des Bausteins selbst oder auch der vor- und nachgelagerten Peripherie, je nach Ausführung) signalisieren, z.B. an eine betriebsmäßige SPS. Wichtig (Stichwort: Störungsmanagement) für Visualisierung und Diagnose.

Raster

Siehe bistabiler Kontakt

Rastung

Nach Betätigung verbleibt der mechanische Positions- / Sicherheitsschalter in der Schaltposition und muss manuell zurückgesetzt werden.

Reaktionszeit (EN 61496)

Der maximale Zeitraum zwischen dem Ansprechen der Sensorfunktion und dem AUS-Zustand der Ausgangsschaltelemente, siehe auch Ansprechzeit

Redundanz

Unter Redundanz versteht man das Vorhandensein von mehr funktionsfähigen Mitteln in einer Einheit, als für die Erfüllung der geforderten Funktion notwendig sind.

Reflex-Lichtschranke

Photoelektrischer Näherungsschalter oder Lichtleitersensor mit Reflektor

Reflex-Taster

Photoelektrischer Näherungsschalter oder Lichtleitersensor ohne Reflektor

Reihenschaltungen (unter Berücksichtigung der Steuerungskategorie)

Reihenschaltungen von Schutzeinrichtungen und Not-Aus-/Not-Stop-Befehlsgeräten ermöglichen keine Steuerungskategorie 4 gemäß EN 954-1 (Sicherheit auch bei Fehlerakkumulation), max. Steuerungskategorie 3 im Falle einer 2-kanaligen Reihenschaltung. Eine andere Bewertung mag sich ergeben, wenn Wartungsintervalle mit in die Betrachtung einbezogen werden.

Bezüglich einer Fehlerakkumulation (zu berücksichtigen bei Steuerungskategorie 4 gemäß SK4, EN 954-1) besteht das Risiko (siehe nachfolgende Fallgestaltung), dass ein erster Kurzschluss der in Reihe liegenden Kontakte "neutralisiert" werden kann (wenn eine zweite Schutztür geöffnet wird) und dann ein erneuter Start mit einem unerkannten Fehler möglich ist.

 

Grafik 1:

Erster Fehler:

  • Kurzschluss über Kontakt S1.1 (Schutztür 1)
  • Schutztür 1 wird geöffnet
  • Baustein schaltet einkanalig ab
  • Schutztür 2 wird geöffnet
  • Baustein schaltet zweikanalig ab
  • Erneuter Start ist möglich

Grafik 2:

  • Zweiter Fehler bei Schutztür 1 kommt hinzu
  • Kurzschluss über Kontakt S2.1

Grafik 3:

  • Schutztür 1 wird geöffnet
  • Baustein schaltet nicht ab
  • Gefährlicher Zustand
Relais-Sicherheitskombinationen

Andere Begrifflichkeit für "Sicherheits-Relais-Bausteine" (entstammt dem Prüfgrundsatz GS-ET-20: Grundsätze für die Prüfung und Zertifizierung von Relais-Sicherheitskombinationen).

Reset

Nach Anforderung einer Sicherheitsfunktion schaltet der Sicherheits-Relais-Baustein erst dann wieder ein, wenn ein Reset-Taster (auch Start-Taster oder Wiedereinschalt-Taster genannt) betätigt wurde.

Das Gegenteil ist die Betriebsart "Autostart" (Automatikstart), die nur unter besonderen Bedingungen zulässig ist (wenn keine Gefahr durch einen unerwarteten Wiederanlauf besteht) oder ein Reset anderswoher (mit einer Qualität entsprechend Steuerungskategorie 1 gemäß EN 954-1) erfolgt. Nicht zulässig zum Beispiel bei Not-Aus-/Not-Stop-Befehlseinrichtungen, bei begehbaren Räumen etc.

"Abfallende Flanke" bzw. "Flankendetektion" bedeutet in diesem Zusammenhang, dass nicht die ansteigende Flanke (bei Betätigung des Tasters) das Startsignal erzeugt, sondern die (nach dem Loslassen des Tasters) abfallende Flanke. Die Auswertung der abfallenden Flanke bzw. die Flankendetektion ist eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme vor einem unerwarteten Wiederanlauf im Falle eines manipulierten oder defekten Tasters.

Reset-Taster

Mit dem Reset-Taster werden alle Fehler, die im Fehlerspeicher gespeichert wurden, gelöscht.

Restrisiko

Risiko, das nach Ausführung der Schutzmaßnahmen verbleibt oder: das trotz Schutzmaßnahmen verbleibende tolerierbare Risiko.

Risiko (EN 60204-1)

Eine Kombination der Wahrscheinlichkeit und des Schweregrades der möglichen Verletzung oder Gesundheitsschädigung einer Gefährdungssituation, siehe EN 292-1, 3.7. Das Risiko, bezogen auf die betrachtete Gefährdung, wird auch als eine Funktion vom Ausmaß des möglichen Schadens und der Wahrscheinlichkeit des Eintritts dieses Schadens bezeichnet.

Risikoanalyse

Einsatz von verfügbaren Informationen mit dem Ziel, gefährliche Vorfälle zu erkennen und das Risiko einzuschätzen

Risikobeurteilung

Verfahren der Risikoanalyse und Risikobewertung. In EN 292-1 werden diese Benennungen noch nicht im gleichen Sinne verwendet.

Risikobewertung

Verfahren, bei dem auf der Grundlage der Risikoanalyse und unter Berücksichtigung von Faktoren wie sozialen, wirtschaftlichen und Umweltaspekten darüber entschieden wird, ob ein Risiko tragbar ist.

Risikoeinschätzung

Eine umfassende Einschätzung der Wahrscheinlichkeit und des Schweregrades der möglichen Verletzung oder Gesundheitsschädigung in einer Gefährdungssituation, um so geeignete Sicherheitsmaßnahmen auszuwählen. In EN 1050 wird für diesen Begriffsinhalt bereits die Benennung „Risikoeinschätzung” verwendet, die noch zur Risikoanalyse gehört.

Ruhestromprinzip

Beim Ruhestromprinzip wird der Riegelbolzen einer Sicherheitszuhaltung durch Federkraft in Verriegelungsstellung gehalten und durch Magnetkraft geöffnet.

S

Schütz mit zwangsgeführten Kontakten

Schütz / Relais, bei dem Öffner- und Schließerkontakte galvanisch voneinander getrennt, aber mechanisch miteinander verbunden sind.

Schützkontrolle

siehe Rückführkreis

Schaltleistung

Schaltvermögen der Freigabekontakte (Produkt aus Strom und Spannung).

Schaltungstechnik/Schaltungsbeispiele

dargestellt am Beispiel der Bausteine ELAN "SRB 308IT" und ELAN "SRB 219IT" (mit zeitverzögerter Freigabe).
Weiterführende Informationen: BIA-Report 6/97: Kategorien für sicherheitsbezogene Steuerungen

Schaltwege

Die im Katalog aufgeführten Schaltwege stellen das Schaltverhalten bei Betätigung von Position 0 = unbetätigt bis zur maximalen Endstellung dar. Die geschlossenen Kontakte werden durch schwarze, die geöffneten durch weiße Flächen gekennzeichnet. Weitere Erklärungen sind durch Symbole dargestellt, die in der Legende erläutert werden.

Schlagtaster

von Hand zu betätigender Schalter

Schleichschaltung

Kontakt, bei dem die Schaltbewegung abhängig von der Betätigungsgeschwindigkeit erfolgt

Schließer

Kontakt im Ruhezustand geöffnet.

Schutz

Bei Betätigungsart „Schutz" erfolgt die Freigabe des Schaltausgangs selbständig nach Ende der Schutzfeldunterbrechung oder bei aktivierter Wiederanlaufsperre, nach Entriegeln der Wiederanlaufsperre und Ende der Schutzfeldunterbrechung.

Schutz vor Umgehbarkeit

Umgehbarkeit ist das Außerkraftsetzen einer Sicherheitseinrichtung oder eines Sicherheitsschalters.

Schutzart IP (Internal Protection)
  • Schutz gegen Eindringen fester Fremdkörper (Fremdkörperschutz)
  • Schutz von Personen gegen Berühren unter Spannung stehender oder sich bewegender Teile (Berührungsschutz)
  • Schutz gegen Eindringen von Wasser (Wasserschutz)
Schutzeinrichtung (EN 60204-1)

Eine trennende Schutzeinrichtung oder solche, die als Sicherheitsmaßnahme angewandt wird, um Personen vor einer aktuellen oder drohenden Gefahr zu schützen.

Schutzeinrichtungen

Schmersal
Online-Produktkatalog

Schutzfeld

Der Bereich, in dem Personen oder Gegenstände durch die BWS erkannt werden.

Schweißstromfester Näherungsschalter

Induktiver Näherungsschalter, der unempfindlich gegen starke elektromagnetische Felder ist.

Seilrissüberwachung

Ein Riss des Betätigungsseils bei Seilzugschaltern löst diesen genauso aus wie die Betätigung selbst, d.h.Schutz vor unbemerkter Beschädigung.

Seilzug-Notschalter

NOT-AUS-Schalter, dessen Betätigungselement aus einem Seil besteht. Dieses kann den Gefahrenbereich umspannen und löst bei Betätigung (Zug) aus.

Sensorebene (Sensor-Ebene)

Anschlussebene (Eingänge) für Schutzeinrichtungen und Not-Aus-/Not-Stop-Befehlsgeräte. Siehe auch weitere Stichwörter:

 

  • "Ansteuerung, 1- oder 2-kanalig",
  • "Not-Aus-/Not-Stop-Befehlsgeräte",
  • "Potenzialbehaftete Eingänge",
  • "Sicherheits-Magnet-Schalter".
Sensoren, sicherheitsgerichtete ...

www.schmersal.net

Sensorloser Stillstandswächter

Die Überwachung der Drehbewegung, die der Motor beim Auslauf erzeugt, erfolgt nicht über Sensoren an der Welle, sondern über die EMK direkt an den Motorklemmen.

Sicherer Stillstandswächter

Stillstandswächter, der bei Stillstand einer Maschine die Freigabe, z.B. zum Öffnen einer Schutzeinrichtung, erteilt. Der sichere Stillstandswächter geht im Fehlerfall in den sicheren Zustand über, siehe auch Stillstandswächter.

Sicheres Zeitrelais

Zeitrelais, das nach Ablauf einer eingestellten Zeit die Freigabe, z.B. zum Öffnen einer Schutzeinrichtung, erteilt. Das sichere Zeitrelais geht im Fehlerfall in den sicheren Zustand über.

Sicherheit

Sicherheit liegt vor, wenn das Risiko vertretbar gering ist oder bei Fehlen unvertretbarer Risiken.

Sicherheit von Maschinen und Maschinensteuerungen

Auf dem Selbstverständnis als Spezialist für Geräte und Systeme basierend, die dem Schutz von Menschen, Maschinen und Anlagen dienen, bietet die Schmersal-Gruppe ihren Kunden vielfältige Informationen in Form von Fachbüchern, Newslettern, Broschüren und ausführlichen Beschreibungen im Rahmen technischer Listen an.

Bitte wenden Sie sich an Ihren zuständigen "Vertriebspartner" oder an die Unternehmen der Schmersal-Gruppe.

Sicherheits-Magnetschalter

Ein Anschluss von Geräten dieser Art ist in der Regel bei allen multifunktionalen Sicherheits-Relais-Bausteinen der Baureihe PROTECT-SRB zulässig, jedoch unter Beachtung der in den Datenblättern angegebenen Grenzwerte für Spannung und Strom (siehe hierzu auch Datenblatt-Angaben). Die Schaltung der betreffenden Bausteine enthält eine Strom- und Spannungsbegrenzung, die im Falle des Anschlusses von Geräten mit Öffnerkontakten aus sicherheitstechnischen Gründen zwingend erforderlich ist (um dem Risiko einer Kontaktverschweißung zu begegnen). Bei Geräten mit Öffner-/Schließer-Kombinationen ist die Strom- und Spannungsbegrenzung ein Verfügbarkeitsvorteil.

Häufig werden Sicherheits-Magnetschalter als (zertifiziertes) Sub-System, bestehend aus Sensor und Auswerteeinheit, angeboten (zum Beispiel von der K.A. Schmersal GmbH als "BNS/AES-Kombinationen"). Hiermit ist der Vorteil verbunden, dass die Schnittstelle "Sensor/Auswerteeinheit" bereits geprüft ist. Im Falle eines separaten Aufbaus (siehe oben) liegt die Schnittstellen-Verantwortung dagegen beim Anwender.

Sicherheits-Relais-Bausteine

Sicherheitsgerichteter Teil einer Maschinensteuerung mit der Aufgabe, durch eine überwachte "Redundanz" sicherzustellen, dass durch Fehler oder Störungen in der elektrischen Ausrüstung keine gefahrbringenden Zustände oder Schäden an der Maschine oder am Arbeitsgut auftreten können bzw. die Wahrscheinlichkeit des Auftretens solcher Fehler und Störungen verringert wird. Siehe hierzu auch EN 954-1.

Sicherheits-Relais-Bausteine für besondere Anwendungen und Aufgabenstellungen

Die Sicherheits-Relais-Bausteine dieser Gruppe (Gehäusebaubreite 22,5 der 45 mm) unterscheiden sich unter folgenden Gesichtspunkten (siehe hierzu auch Produktübersicht "Sicherheits-Relais-Bausteine"):

 

  • multifunktionale Sicherheits-Relais-Bausteine,
  • mehr Diagnose/Visualisierung,
  • mehr Sicherheitsfreigaben,
  • Überwachung von Öffner-/Schließer-Kombinationen,
  • andere Versorgungsspannungen,
  • andere Netze,
  • Zweihand-Schaltungen.
Sicherheits-Relais-Bausteine für Standardanwendungen

Die Sicherheits-Relais-Bausteine dieser Gruppe (Gehäusebaubreite 22,5 mm) eignen sich für den Anschluss 1- oder 2-kanaliger handelsüblicher Schutzeinrichtungen (im Regelfall sind dabei auch potentialbehaftete Eingänge zulässig) und von Not-Aus-/Not-Stop-Befehlsgeräten. Sie verfügen wahlweise über die Betriebsart "Reset / Autostart" und über zwei oder drei Sicherheitsfreigaben und einen Meldekontakt. Siehe hierzu auch Produktübersicht "Sicherheits-Relais-Bausteine".

Sicherheits-Relais-Bausteine und Steuerungskategorie

Im Regelfall entspricht die Schaltungstechnik von Sicherheits-Relais-Bausteinen (mithin auch die Schaltungstechnik der Schmersal-/Elan-Baureihen PROTECT UND SRB) Steuerungskategorie 4 gemäß EN 954-1. Dabei bezieht sich die Angabe der Steuerungskategorie zunächst auf den Baustein selbst, d.h. die Steuerungskategorie sowohl der Sensor- als auch der Aktorebene ist davon abhängig und hängt vom Aufbau und der Einbindung ab.

Sicherheitsfreigaben

Sicherheitsgerichtete Ausgänge eines Sicherheits-Relais-Bausteins zum Anschluss nachgeordneter Aktorik. Siehe auch "Auswerteebene".

Sicherheitskategorie

Im Sinne der Normung nicht korrekte Begrifflichkeit für Steuerungskategorie. Nach der Philosophie des Normensetzers führen die verschiedenen Maßnahmen, um unter Berücksichtigung des vorliegenden Risikos eine geeignete Steuerungskategorie zu realisieren, zum gleichen verbleibenden Restrisiko. Insofern stellen die Kategorien keine Hierarchie dar. Vielmehr sind sie gleichwertig.

Sicherheitsrelais

Unter zwangsgeführten Kontakten bzw. Zwangsführung versteht man, dass bei einem Kontaktsystem niemals Öffner und Schließer gleichzeitig geöffnet oder gleichzeitig geschlossen sein können. Dabei muss sichergestellt sein, dass über die gesamte Lebensdauer, auch im gestörten Zustand (Kontaktverschweißen), ein Kontaktabstand von mindestens 0,5 mm vorhanden ist.

Sicherheitsschaltgeräte

www.schmersal.net

Sicherheitszuhaltung

Positionsschalter mit Sicherheitsfunktion und Zuhaltung

Spannungsversorgung/Spannungsanstieg, langsamer ...

Bei Spannungsversorgungen (24 VDC) kann es im Einschaltmoment der gesamten Anlage – bedingt durch kurzzeitig hohe Belastungen der eingesetzten Netzteile – zu einem verzögerten Spannungsanstieg kommen. Die Bausteine der Baureihen PROTECT-SRB (Schmersal) und SRB (Elan) verfügen über eine Schaltungstechnik, die auch "langsame" Spannungsanstiege kompensieren, um bei der Betriebsart "Autostart" Funktionsstörungen zu vermeiden.

Sprungschaltung

Kontakt, bei dem die Schaltbewegung sprungartig und unabhängig von der Betätigungsgeschwindigkeit erfolgt.

Störungen

Sicherung defekt (siehe LED für Betriebsspannung)

Mögliche Ursachen: Kurzschluss in der Verdrahtung, Erdschluss in der Verdrahtung, Falschverdrahtung, Überlastung der Ausgänge.

Baustein startet nicht auf

  • Betriebsspannung zu niedrig,
  • Drahtbruch im Reset-Kreis;
  • Reset-Taster (Sensorik allgemein) defekt;
  • Rückführkreis defekt/offen;
  • Schutzeinrichtung(en) nicht betriebsbereit;
  • Schutzeinrichtung hat nur 1-kanalig geschaltet;
  • Startbedingungen überprüfen (Reset : Autostart);
  • Querschlusseinstellung/diesbezügliche Verdrahtung überprüfen.

... bei Zweihand-Bausteinen

Öffner-/Schließer-Kontakte der Stellteile dürfen nicht überlappen.

Sie kommen nicht weiter?
Rufen Sie uns an: 0202/6474-0! Wir helfen Ihnen!

Störungssuche, Hilfe bei etwaigen Störungssuche

Spannungsversorgung:

Die Betriebsspannung wird durch die LED's UB und UI signalisiert, wobei UB die Betriebsspannung anzeigt und UI anzeigt, dass die interne Sicherung im SRB-Baustein in Ordnung ist.

Im Falle eines Sicherungsdefekts darf der Baustein von einem qualifizierten Mitarbeiter geöffnet werden, um die Sicherung zu tauschen.

Start-/Reset-Bedingungen:

Wurde die richtige Startbedingung gewählt? Mit/ohne Start-/Reset-Taster? Bei SRB-Bausteinen mit "abfallender Flanke" (mit Flankendetektion) erfolgt die Signalverarbeitung erst dann, wenn der Taster wieder losgelassen wurde (Detektion der abfallenden Flanke).

Ist der Kontakt für den Start-/Reset-Befehl in Ordnung? (Prüfung bei abgeschalteter Versorgungsspannung des SRB-Bausteins mit Ohm-Meter.)

Ist der Start-/Reset-Taster an den richtigen Klemmen angeschlossen?

Ist der Überwachungskontakt des Rückführkreises nachgeordneter (externer) Schütze geschlossen? (Prüfung bei abgeschalteter Versorgungsspannung des SRB-Bausteins mit Ohm-Meter.)

Schutzeinrichtung:

Ist die Schutzeinrichtung geschlossen? (Prüfung bei abgeschalteter Versorgungsspannung des SRB-Bausteins mit Ohm-Meter.)

Hat die Schutzeinrichtung nur 1-kanalig geschaltet? Signalisierung durch die Kanal-LED's K1 und K2.

Stimmen die gewählte Betriebsart - Überwachung Querschluss / keine Überwachung Querschluss - mit der Verdrahtung der Schutzeinrichtung überein?

Start-Taster

Nach Anforderung einer Sicherheitsfunktion schaltet der Sicherheits-Relais-Baustein erst dann wieder ein, wenn ein Reset-Taster (auch Start-Taster oder Wiedereinschalt-Taster genannt) betätigt wurde.

Das Gegenteil ist die Betriebsart "Autostart" (Automatikstart), die nur unter besonderen Bedingungen zulässig ist (wenn keine Gefahr durch einen unerwarteten Wiederanlauf besteht) oder ein Reset anderswoher (mit einer Qualität entsprechend Steuerungskategorie 1 gemäß EN 954-1) erfolgt. Nicht zulässig zum Beispiel bei Not-Aus-/Not-Stop-Befehlseinrichtungen, bei begehbaren Räumen etc.

"Abfallende Flanke" bzw. "Flankendetektion" bedeutet in diesem Zusammenhang, dass nicht die ansteigende Flanke (bei Betätigung des Tasters) das Startsignal erzeugt, sondern die (nach dem Loslassen des Tasters) abfallende Flanke. Die Auswertung der abfallenden Flanke bzw. die Flankendetektion ist eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme vor einem unerwarteten Wiederanlauf im Falle eines manipulierten oder defekten Tasters.

Startfunktion

Der Rückführkreis kann auch zum Erzielen einer Startfunktion verwendet werden, indem ein zusätzlicher Start-Taster (Schließer) in den Rückführkreis eingebunden wird. Das Auswertegerät gibt erst frei, wenn der Rückführkreis geschlossen ist.

Steuerungskategorie und Sicherheits-Relais-Bausteine

Im Regelfall entspricht die Schaltungstechnik von Sicherheits-Relais-Bausteinen (mithin auch die Schaltungstechnik der Schmersal-/Elan-Baureihen PROTECT UND SRB) Steuerungskategorie 4 gemäß EN 954-1. Dabei bezieht sich die Angabe der Steuerungskategorie zunächst auf den Baustein selbst, d.h. die Steuerungskategorie sowohl der Sensor- als auch der Aktorebene ist davon abhängig und hängt vom Aufbau und der Einbindung ab.

Steuerungskategorien gemäß EN 954-1

Kategorie B

Anforderungen (Kurzfassung):
Die sicherheitsbezogenen Teile von Steuerungen und/oder ihre Schutzeinrichtungen als auch ihre Bauteile müssen in Übereinstimmung mit den zutreffenden Normen so gestaltet, gebaut, ausgewählt, zusammengestellt und kombiniert werden, dass sie den zu erwartenden Einflüssen standhalten.

Systemverhalten:
Das Auftreten eines Fehlers kann zum Verlust der Sicherheitsfunktion führen.

Prinzip:
Überwiegend durch die Auswahl von Bauteilen charakterisiert.

Kategorie 1

Anforderungen (Kurzfassung):
Die Anforderungen von B müssen erfüllt sein. Bewährte Bauteile und Sicherheitsprinzipien müssen angewendet werden.

Systemverhalten:
Das Auftreten eines Fehlers kann zum Verlust der Sicherheitsfunktion führen, aber die Wahrscheinlichkeit des Auftretens ist geringer als in Kategorie B.

Prinzip:
Überwiegend durch die Auswahl von Bauteilen charakterisiert.

Kategorie 2

Anforderungen (Kurzfassung):Die Anforderungen von B und die Verwendung bewährter Sicherheitsprinzipien müssen erfüllt sein. Die Sicherheitsfunktion muss in geeigneten Zeitabständen durch die Maschinensteuerung geprüft werden.

Systemverhalten:
Das Auftreten eines Fehlers kann zum Verlust der Sicherheitsfunktion zwischen den Prüfungsabständen führen. Der Verlust der Sicherheitsfunktion wird durch die Prüfung erkannt.

Prinzip:
Überwiegend durch die Struktur charakterisiert.

Kategorie 3

Anforderungen (Kurzfassung):
Die Anforderungen von B und die Verwendung bewährter Sicherheitsprinzipien müssen erfüllt sein. Sicherheitsbezogene Teile müssen so gestaltet sein, dass

1. ein einzelner Fehler in jedem dieser Teile nicht zum Verlust der Sicherheitsfunktion führt und,

2. wann immer in angemessener Weise durchführbar, der einzelne Fehler erkannt wird.

Systemverhalten:
Wenn der einzelne Fehler auftritt, bleibt die Sicherheitsfunktion immer erhalten. Einige, aber nicht alle Fehler werden erkannt. Eine Anhäufung unerkannter Fehler kann zum Verlust der Sicherheitsfunktion führen.

Prinzip:
Überwiegend durch die Struktur charakterisiert.

Kategorie 4

Anforderungen (Kurzfassung):
Die Anforderungen von B und die Verwendung bewährter Sicherheitsprinzipien müssen erfüllt sein. Sicherheitsbezogene Teile müssen so gestaltet sein, dass

1. ein einzelner Fehler in jedem dieser Teile nicht zum Verlust der Sicherheitsfunktion führt, und

2. der einzelne Fehler bei oder vor der nächsten Anforderung an die Sicherheitsfunktion erkannt wird, oder, wenn dies nicht möglich ist, darf eine Anhäufung von Fehlern dann nicht zum Verlust der Sicherheitsfunktion führen.

Systemverhalten:
Wenn Fehler auftreten, bleibt die Sicherheitsfunktion immer erhalten. Die Fehler werden rechtzeitig erkannt, um einen Verlust der Sicherheitsfunktion zu verhindern.

Prinzip:
Überwiegend durch die Struktur charakterisiert.

Stillstands- und Bewegungsüberwachung, sicherheitsgerichtete ...

Die Geräte erfassen und überwachen Signale gefahrbringender Bewegungen und verarbeiten sie entsprechend einem eingestellten Grenzwert zu einem Steuerbefehl.

Im Vergleich zu Überwachungsgeräten, die für betriebsmäßige Funktionen eingesetzt werden, zeichnen sich die sicherheitsgerichtete Stillstands- und Bewegungswächter durch besondere Maßnahmen und Merkmale aus, die – je nach zu realisierendem Sicherheitsniveau – auch in einem Fehlerfall die Sicherheitsfunktion gewährleisten und/oder der Fehlererkennung dienen. Die Fehlerbetrachtung bezieht sich dabei sowohl auf die Geräte selbst als auch auf die vorgeordneten Teile des Sicherheitsstromkreises.

Typische Aufgabenstellungen für sicherheitsgerichtete Stillstands- und Bewegungsüberwachungen sind:

  • Ansteuerung von Elektromagneten in Verriegelungseinrichtungen
  • mit Zuhaltung in Abhängigkeit zu gefährlichen Nachlaufbewegungen,
  • Überwachung der "STOP-Kategorie 2" (sicherer Stillstand/sicherer Betriebshalt),
  • Überwachung reduzierter Geschwindigkeit im Sonderbetrieb von Maschinen und Anlagen bei geöffneter Schutzeinrichtung.

Einstellanweisung für Stillstands- und Bewegungswächter SSW-D (Elan): Download.

Für die vorgenannten Aufgabenstellungen stehen sowohl im Schmersal- als auch im Elan-Lieferprogramm verschiedene Geräteausführungen zur Verfügung. Bitte Hauptkatalog (Schmersal) oder Liste SSW (Elan) anfordern.

Stillstandsfrequenz

Festprogrammierter Referenzwert zum Erkennen des Stillstandes. Bei Frequenz „Stillstand“ schalten die Freigabepfade ein und angeschlossene Zuhaltungen können geöffnet werden.

Stillstandswächter

Erteilen bei Stillstand einer Maschine die Freigabe zum Öffnen einer Schutzeinrichtung. Der sichere Stillstandswächter geht im Fehlerfall in den sicheren Zustand über.

Stop Kategorien gemäß EN 60204-1 Ziffer 9.2.2

 

Unterschieden wird ein sicheres Stillsetzen in drei Kategorien.

STOP der Kategorie 0 gemäß EN 60204-1 Ziffer 9.2.2:

Ungesteuertes Stillsetzen durch sofortige (< 200 ms) Abschaltung der Energiezufuhr zur Aktorik (siehe auch Ziffer 3.56).

STOP der Kategorie 1 gemäß EN 60204-1 Ziffer 9.2.2:

Gesteuertes Stillsetzen durch Unterbrechen der Energiezufuhr zur Aktorik, wenn zum Beispiel der Stillstand einer gefahrbringenden Bewegung erreicht ist (= zeitverzögerte Abschaltung der Energiezufuhr). Siehe auch Ziffer 3.11.

Beispiel (siehe Abbildung): Die Reglerfreigabe eines elektronischen Antriebs wird mittels einer Freigabe der STOP-Kategorie 0 sofort und das Leistungsschütz erst nach der betriebsmäßigen Bremszeit des Motors zeitverzögert (= STOP-Kategorie 1) abgeschaltet.

STOP der Kategorie 2 gemäß EN 60204-1 Ziffer 9.2.2:

Gesteuertes Stillsetzen. Die Energiezufuhr zu den Antriebselementen wird nicht unterbrochen. Zusätzliche Maßnahmen gemäß EN 1037 (Schutz vor unerwartetem Wiederanlauf) erforderlich, z.B. durch Einsatz eines sicherheitsgerichteten Stillstandswächters.

Strom- und Spannungsbegrenzung

Eine Strom- und Spannungsbegrenzung ist erforderlich/sinnvoll beim Anschluss von Sicherheits-Magnetschaltern an Sicherheits-Relais-Bausteine. Im Falle des Anschlusses von Geräten mit Öffnerkontakten ist sie aus sicherheitstechnischen Gründen zwingend erforderlich (um dem Risiko einer Kontaktverschweißung zu begegnen), bei Geräten mit Öffner-/Schließer-Kombinationen ist die Strom- und Spannungsbegrenzung ein Verfügbarkeitsvorteil. Ein Anschluss von Sicherheits-Magnetschaltern ist in der Regel bei allen multifunktionalen Sicherheits-Relais-Bausteinen der Baureihe PROTECT-SRB zulässig, jedoch unter Beachtung der in den Datenblättern angegebenen Grenzwerte für Spannung und Strom (siehe hierzu auch Datenblatt-Angaben).

Summenstrom

Maximale Strombelastung aller Freigabekontakte eines Sicherheits-Relais-Bausteins.

T

Taktile Sicherheitseinrichtungen

sind druckempfindliche Sensoren, deren Funktion durch Einwirken einer definierten Kraft eines Objektes oder einer Person ansprechen.

Test-Taster

Mit dem Test-Taster wird die Abschaltung eines Auswertegerätes überprüft. Beim Betätigen des Test-Tasters müssen die Freigabekontakte öffnen.

Testimpulse auf der Sensorebene

Schutzeinrichtungen mit Mikroprozessor-basierten Ausgängen ("sichere Halbleiterausgänge") erzeugen zur Überprüfung der ordnungsgemäßen Funktion der Halbleiterausgänge Testsignale, die unter Umständen die Eingangsebene von Sicherheits-Relais-Bausteinen stören können. Testimpuls-Muster handelsüblicher Schutzeinrichtungen (der marktführenden Hersteller), insbesondere von AOPD’s, sind bei der Schaltungsentwicklung unserer Bausteine bereits berücksichtigt und erzeugen keine Störungen.

Transistor-Zusatzausgang

Meldeausgang, der den Zustand des Auswertegerätes, der Schutzeinrichtung oder einen Fehlercode ausgibt

Trennende Schutzeinrichtung

Teil einer Maschine, das speziell als eine Art körperliche Sperre zum Schutz gebraucht wird. Je nach Bau kann eine trennende Schutzeinrichtung Gehäuse, Abdeckung, Schirm, Tür, Verkleidung usw. heißen.

Tropenfest

Einsetzbar bei einer Luftfeuchtigkeit bis max. 100 %; Kontaktplatte mit Keramikisolation, dadurch spannungsfest bis 500 VAC

Typ A-Normen

Die Sicherheitsgrundnormen, die Grundbegriffe sowie Gestaltungsleitsätze für alle Maschinen festlegen

Typ B-Normen

Sicherheitsgruppennormen, die einen Sicherheitsaspekt behandeln, der für einen weiten Bereich von Maschinen anwendbar ist

Typ B1-Normen

Konkretiesieren Aussagen und bieten Lösungsmöglichkeiten zu den in den Grundnormen allgemein behandelten Sicherheitsaspekten, wie z.B. Sicherheitsabstände, Oberflächentemperatur etc.

Typ B2-Normen

Enthalten konkrete Aussagen oder Lösungsmöglichkeiten zu sicherheitsbedingten Einrichtungen, wie Zweihandschaltung, Verriegelungseinrichtungen etc.

Typ C-Normen

Maschinen-Sicherheitsnormen oder Fachnormen, die spezifische Sicherheitsmerkmale einzelner Maschinengattungen oder -gruppen betreffen

U

Ueberwachungsbereich

Ein Überwachungsbereich eines Sicherheits-Laserscanners umfasst zwei Zonen, ein Schutzfeld und ein Warnfeld.

Umgehen auf einfache Weise

Überwindung von Sicherheitsschaltern absichtlich von Hand oder mit leicht verfügbaren Gegenständen z.B. Schrauben, Schlüssel, Münzen oder Werkzeuge, die für den bestimmungsgemäßen Gebrauch der Maschine benötigt werden, siehe Schutz vor Umgehbarkeit

Umschalter (Umschalt-Kontakt)

1 Öffner und 1 Schließer, siehe Kontaktbilder nach IEC 60617

Uncodierter magnetischer Sicherheits-Sensor

Sicherheits-Sensor, der mit einfachen Hilfsmitteln umgangen werden kann, wie z.B. mit einem uncodierten Magneten. Uncodierte magnetische Sicherheits- Sensoren müssen daher verdeckt montiert werden, so dass ein Umgehen mit einfachen Mitteln nicht möglich ist.

V

Verdeckter Einbau

Die Geräte ohne Codierung sind nur für den verdeckten Einbau vorgesehen. Sie können mit allen Betätigungsmagneten der Reihe BP betätigt werden.

Verriegelung(seinrichtung)

Mechanische, elektrische oder andere Einrichtung zur Verhinderung des Betriebes eines Maschinenelementes unter bestimmten Bedingungen (üblicherweise solange eine trennende Schutzeinrichtung nicht geschlossen ist)

Verschmutzungsüberwachung

Die Verschmutzungsüberwachung ist eine Einrichtung, die überwacht, ob Verschmutzungen auf der Oberfläche der Frontscheibe der AOPD vorhanden sind, die zu einer Verringerung der Detektionssicherheit führen.

W

Warnfeld

Ein nicht sicherheitsgerichteter Bereich, der die Bereichsabsicherung, z.B. als Vorstufe zum Schutzfeld, unterstützt. Dieses Feld dient zur Vermeidung von unbeabsichtigtem Abschalten der Maschine oder Anlage. An fahrerlosen Transportmitteln (FTS) können die Messwerte dieses Feldes zudem zur Navigationsunterstützung benutzt werden.

Wechsler mit Doppelunterbrechung

Öffnet und schließt bei Betätigung einen Schaltkreis über jeweils zwei Kontaktstellen, siehe Kontaktbilder

Wechsler mit Einfachunterbrechung

Öffnet und schließt bei Betätigung einen Schaltkreis über jeweils eine Kontaktstelle, siehe Kontaktbilder

Wiederanlaufsperre

Eine Einrichtung zur Verhinderung eines automatischen Wiederanlaufs einer Maschine nach Unterbrechen und Wiederfreigabe des Schutzfeldes während eines gefährlichen Teils des Maschinenzyklus, bzw. nach einer Änderung der Betriebsart oder der Betätigungsart der Maschine.

Wiedereinschalt-Taster

Nach Anforderung einer Sicherheitsfunktion schaltet der Sicherheits-Relais-Baustein erst dann wieder ein, wenn ein Reset-Taster (auch Start-Taster oder Wiedereinschalt-Taster genannt) betätigt wurde.

Das Gegenteil ist die Betriebsart "Autostart" (Automatikstart), die nur unter besonderen Bedingungen zulässig ist (wenn keine Gefahr durch einen unerwarteten Wiederanlauf besteht) oder ein Reset anderswoher (mit einer Qualität entsprechend Steuerungskategorie 1 gemäß EN 954-1) erfolgt. Nicht zulässig zum Beispiel bei Not-Aus-/Not-Stop-Befehlseinrichtungen, bei begehbaren Räumen etc.

"Abfallende Flanke" bzw. "Flankendetektion" bedeutet in diesem Zusammenhang, dass nicht die ansteigende Flanke (bei Betätigung des Tasters) das Startsignal erzeugt, sondern die (nach dem Loslassen des Tasters) abfallende Flanke. Die Auswertung der abfallenden Flanke bzw. die Flankendetektion ist eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme vor einem unerwarteten Wiederanlauf im Falle eines manipulierten oder defekten Tasters.

Z

Zeitüberwachung

Ist nur im Taktbetrieb (Ein- oder Zweitakt) wirksam. Sie verhindert unkontrolliertes Auslösen des Maschinentakts. Sie sorgt dafür, dass Eingriffe in das Schutzfeld nur als Takte akzeptiert werden, wenn sie innerhalb von z.B. 30 s nach dem Schließen des Taktlöschkontakts erfolgt sind. Geschieht dies nicht innerhalb dieser Zeitspanne, verriegelt sich die Wiederanlaufsperre.

Zeitfenster zwischen Kanal 1 und Kanal 2

Möglicher (zulässiger) Zeitunterschied zwischen den beiden Signalen der Eingangskanäle, wenn zum Beispiel beim Schließen einer beweglichen Schutzeinrichtung das Signal von Kanal 2 einer Verriegelungseinrichtung zeitverzögert erfolgt (typisch: zeitverzögerte Ansteuerung der Zuhaltefunktion). Ein Zeitfenster zwischen den Kanälen 1 und 2 ist nur beachtenswert, wenn ein Sicherheits-Relais-Baustein im Autostart-Betrieb arbeitet. Im Regelfall verfügen Bausteine der Baureihen PROTECT-SRB (Schmersal) und SRB (Elan) über ein Zeitfenster unendlich.

Zugangs-/Zugriffszeit

Benötigte Zeit für den Zugriff/ Zugang zum Gefahrenbereich, wie sie auf der Grundlage einer Annäherungsgeschwindigkeit berechnet wird

Zuhaltung

Eine Zuhaltung hat den Zweck, eine trennende Schutzeinrichtung in der geschlossenen Position zu halten. Sie ist derart mit der Steuerung verbunden, dass die Maschine nicht betrieben werden kann, wenn die Schutzeinrichtung nicht geschlossen und zugehalten ist, und dass die Schutzeinrichtung so lange zugehalten bleibt, bis das Verletzungsrisiko nicht mehr besteht.

Zusätzlicher Schalter (Kanal 2) bei Verriegelungseinrichtungen mit Zuhaltung/Zweiter Schalter (Kanal 2) bei Verriegelungseinrichtungen mit Zuhaltung

1. In welcher Art und Weise Zuhaltungen in Sicherheitsstromkreisen einer Maschinensteuerung einzusetzen sind, bestimmt die jeweilige C-Norm. Erfüllt der Konstrukteur diese Norm, erfüllt er gleichzeitig auch die Anforderungen der Maschinenrichtlinie aufgrund der sog. Vermutungswirkung.

Abweichungen von der C-Norm sind in Eigenverantwortung dennoch möglich, jedoch muss der Konstrukteur in diesen Fällen den Nachweis führen können, dass mit der abweichenden Lösung ein mindestens vergleichbares Maß an Sicherheit gewährleistet ist.

Falls keine C-Norm für den Anwendungsfall vorhanden ist, finden sich weitere Hinweise zur Verwendung von Zuhaltungen in B-Normen.

2. Zusätzlicher Überwachungsschalter:

Ein zusätzlicher Überwachungsschalter dient der Fehlerbeherrschung und Fehlererkennung im Falle eines sicherheitskritischen Ausfalls der Zuhaltung, z.B. im Falle einer wesentlichen Beschädigung der internen Mechanik.

Der Verzicht auf einen zusätzlichen Überwachungsschalter ist möglich,

  • wenn eine optimale konstruktive Einpassung gewährleistet ist, d.h. wenn eine stabile Türführung mit stabilem Endanschlag über die gesamte Lebensdauer der Tür gegeben ist,
  • wenn die zulässigen Zuhaltekräfte beachtet werden etc.,
  • wenn die Betätiger mit den Schutzeinrichtungen unlösbar verbunden sind, bevorzugt mit verdecktem Einbau,
  • wenn die Betätiger aus einem Teil bestehen und nicht aus Kunststoff oder Guss hergestellt sind,
  • wenn Zuhaltungen mit Fehlschließsicherung eingesetzt werden.

Ungeachtet dessen empfehlen wir jedoch den Einsatz eines zweiten
Überwachungsschalters:

  • bei Anwendungen in Steuerungskategorie 4 gemäß EN 954-1,
  • bei nicht sichtbaren Gefahrenquellen, z.B. bei Strahlung, elektrischem Schlag u.ä.

3. Bei Verriegelungen ohne Zuhaltung (bei Sicherheitsschaltern) empfiehlt sich bei erhöhten Risiken eine Doppelanordnung auf jeden Fall, sofern in der betreffenden C-Norm nicht anders vorgeschlagen.

Zwangläufige Betätigung

Wenn ein bewegliches mechanisches Bauteil automatisch ein anderes mitbewegt entweder durch einen direkten Kontakt oder über starre Teile

Zwangläufige Einwirkung nach EN 60947-5-1

Verbindung zwischen Bedienteil und Schaltglied, durch die die auf das Bedienteil ausgeübte Kraft direkt auf das Schaltglied übertragen wird

Zwangsöffnung (eines Schaltgliedes nach EN 60204-1)

Die Ausführung einer Kontakttrennung als direktes Ergebnis einer festgelegten Bewegung des Bedienteils des Schalters über nicht federnde Teile

Zwangsgeführte Kontakte/Zwangsführung von Kontakten

Unter zwangsgeführten Kontakten bzw. Zwangsführung versteht man, dass bei einem Kontaktsystem niemals Öffner und Schließer gleichzeitig geöffnet oder gleichzeitig geschlossen sein können. Dabei muss sichergestellt sein, dass über die gesamte Lebensdauer, auch im gestörten Zustand (Kontaktverschweißen), ein Kontaktabstand von mindestens 0,5 mm vorhanden ist.

Zweihand-Relais-Bausteine

Sicherheits-Relais-Baustein für Zweihandschaltungen (= Schutzeinrichtungen, die zu ihrer Betätigung mindestens die gleichzeitige Benutzung beider Hände erfordern, d.h. die Hände durch die erzeugte Ortsbindung aus Gefahrenbereichen fernhalten, um den Betrieb einer Maschine einzuleiten und aufrechtzuerhalten, solange eine Gefährdung besteht. Zunächst müssen sie die sicherheitstechnischen Anforderungen, die insbesondere in EN 574 fixiert sind, erfüllen. Siehe hierzu auch "SRB 201ZH".

Zweitakt

Bei einem zyklischen Arbeitsvorgang wird nach zweimaligem Eingriff in das Schutzfeld ( z.B. Entnehmen eines fertigen Teils und Bestücken der Maschine) und nachfolgender Freigabe des Schutzfelds die Maschine automatisch von der AOPD gestartet. Die weiteren Aktionen werden wie bei Betriebsart „Eintakt" durchgeführt.

Zyklische Überwachung



Zusätzliche Maßnahme, empfehlenswert bei Anforderungen gemäß Steuerungskategorie 4, wenn die angeschlossenen Schutzeinrichtungen über keine eigene Anlauftestung verfügen, wie zum Beispiel im Falle von elektromechanischen Verriegelungseinrichtungen.

Eine Anlauftestung ist nur bei Sicherheits-Relais-Bausteinen, die in sogenannter 3-Relais-Technik mit eigenem Startrelais aufgebaut sind, möglich. D.h. die Schutzeinrichtung muss nach dem Wiedereinschalten der Versorgungsspannung zunächst einmal geöffnet und wieder geschlossen werden, bevor die Freigaben des Sicherheits-Relais-Bausteins durchgeschaltet werden können. Dabei bewirkt die Anlauftestung, dass etwaige Inkonsistenzen in der vor- und nachgelagerten Peripherie (= "Sensorebene" bzw. "Aktorebene") wieder aufgedeckt werden, wenn die Relaisschaltung im spannungslosen Zustand ihre Fähigkeit der Fehlerspeicherung verloren hat.

Mit der Maßnahme der Anlauftestung wird das Sub-System "Sensorik / Vorsteuerebene / Hauptsteuerebene" in Richtung einer gesamthaften Steuerungskategorie 4 gemäß EN 954-1 ertüchtigt.

Des weiteren können durch eine Anlauftestung auch etwaige Manipulationen an der Schutzeinrichtung aufgedeckt werden. Ohne eine Anlauftestung (oder eine gleichwertige Maßnahme) bezieht sich die Angabe der Steuerungskategorie eines Bausteins nur auf die Schaltung des Bausteins selbst.

Zyklisches Testen

Ein Testen der AOPD und deren Folgeschaltung erfolgt durch das Öffnen des am Test-/Takteingangs angeschlossen Kontakts durch die Maschinensteuerung. Sie simuliert einen Eingriff in das Schutzfeld, führt aber nicht zur Verriegelung der Wiederanlaufsperre, wenn der Test erfolgreich abläuft. Wird der Kontakt im Maschinenzyklus betätigt, spricht man vom zyklischen Testen. Zyklisches Testen dient zugleich als Taktlöschung für die Betätigungsarten „Ein- und Zweitakt”.

Kontextspalte